Montag, 24. November 2014

Anna Carey: Blackbird



Blackbird von Anna Carey


Da steht im Buch doch tatsächlich, dass es erst am 8.12. erscheint, und dann sehe ich auf einmal Rezensionen mit dem 10.10. als Erscheinungsdatum.



Wie sehr ich dieses Buch verschlungen habe! Normalerweise mache ich immer einen großen Bogen um Bücher die als Thriller gekennzeichnet sind, als wir aber eine Lieferung mit Leseexemplaren in die Buchhandlung bekamen, stach es mir sofort ins Auge. Ich meine – ein grauer Stadtplan im Hintergrund, darauf schwarze Schrift und ein pinkes Fadenkreuz? – ist das nicht toll? Den Rückentext fand ich auch sehr ansprechend, etwas Hochspannung darf ja auch mal sein:

„Ein Mädchen erwacht auf den Gleisen einer U-Bahn-Station in Los Angeles. Sie weiß nicht, wer sie ist, wo sie ist, wie sie dort hinkommt. Sie hat ein Tattoo auf der Innenseite ihres rechten Handgelenks, das einen kleinen Vogel in einem Viereck zeigt. Sie erinnert sich an nichts. Nur bei einer Sache ist sie sich sicher: Jemand will sie töten. Also rennt sie um ihr Leben, versucht die Wahrheit herauszufinden. Über sich und über die Leute, die sie töten wollen. Nirgendwo ist sie sicher und niemand ist, was er zu sein scheint. Auch Ben, der Einzige, dem sie glaubte, vertrauen zu können, verbirgt etwas vor ihr. Und die Wahrheit ist noch viel verstörender, als sie es jemals für möglich gehalten hat.“



Als ich dann aber anfing zu lesen musste ich erstmal stutzen; das Buch ist in „Du“-Form geschrieben, der Leser wird also permanent angesprochen und übernimmt so die Rolle der Hauptperson. Schon etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man zu Beginn schon mit „Du hörst die Jugendlichen nicht lachen. Sie können dich hier nicht liegen sehen, am Ende der Gleise […].“ angesprochen wird. Obwohl ich bei dieser Form normalerweise jedes Buch zuklappe, habe ich weiter gelesen – und wurde belohnt. Nach einiger Zeit liest man einfach darüber hinweg und findet sich in einer richtig spannenden Geschichte wieder, die man gar nicht aus der Hand legen möchte.

In Blackbird hat man alles, was man braucht: eine spannende, etwas dystopische Handlung um ein „Spiel“, eine Protagonistin, die das Rätsel um ihre vergessene Identität zu lösen versucht und eine Liebesgeschichte, die aber nicht zu sehr in den Vordergrund gerät.
Zu viel möchte ich natürlich nicht vorweg nehmen, sonst ist ja die ganze Überraschung schon dahin.

Alles in allem empfehle ich Blackbird nicht nur begeisterten Thriller-Lesern, sondern auch Fans von Panem, Divergent und anderen Dystopien.

Es wird einen zweiten Teil geben, was mich sehr freut, da das Ende doch die ein oder andere Frage offen lässt. Dieser erscheint am 16.6.2015 auf Englisch unter dem Titel Deadfall, das deutsche Erscheinungsdatum konnte ich trotz langer Recherche noch nicht rausfinden.

ISBN: 978-3-570-163276
Preis: 16,99€
Seitenzahl: 352
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 10.11.2014


Ich gebe Blackbird 4 von 5 Herzen

♡♡♡♡

Samstag, 22. November 2014

James Frey: Endgame - Die Auserwählten



Endgame – Die Auserwählten von James Frey

„Es war immer nur eine Möglichkeit – etwas, das irgendwann passieren könnte. Doch jetzt ist die Zeit gekommen, die Zeit zu spielen. Denn Endgame hat begonnen. 12 Spieler, die zu allem bereit sind. Sie werden kämpfen, sie werden leiden, sie werden töten. Aber alle werden sie mitspielen. Denn der Einsatz ist hoch, unvorstellbar hoch. Und die Regeln sind einfach: Es gibt keine.“



Ich habe dieses Buch an seinem Erscheinungstermin, dem 7. Oktober, als Leseexemplar bekommen und innerhalb von einem Tag durchgelesen, so sehr hat es mich gefesselt. Leider habe ich es erst heute geschafft, eine Rezension zu verfassen. Von der Optik bin ich sehr angetan: ein goldener Umschlag, geprägt mit Sätzen in den verschiedensten Sprachen, was der schwarzen Schrift je nach Blickwinkel einen leichten 3D-Effekt verleiht. Das Buch an sich ist schwarz mit glänzender Schrift auf der Seite.



12 Spieler im Alter von 13 bis 20 aus 12 alten Blutlinien, auserwählt um um Leben und Tod „spielen“ – was zuerst an „Die Tribute von Panem“ erinnert und viele kritische Stimmen laut werden lässt, entwickelt sich sehr schnell zu einer eigenen, rasanten Geschichte. Bei Panem handelt es sich um eine Dystopie, Endgame hingegen ist ein Fantasy-Roman mit Weltuntergangs-ähnlichen Szenarien und Handlungen.

Die Story dahinter ist denkbar einfach: Vom Himmelsvolk wurden vor tausenden von Jahren 12 Geschlechter bestimmt, die seit jeher ihre Nachkommen von Geburt an aufs Töten und Überleben trainieren, für den Fall, dass Endgame beginnt. Ein Meteoritenregen aus 12 Meteoriten an verschiedenen Orten der Erde signalisiert den Spielern: es geht los. Und liefert einen Hinweis auf den Ort, an dem sie sich einfinden sollen, um das Spiel zu beginnen. Das Geschlecht des Spielers, der Endgame gewinnt wird die Apokalypse überleben.

Zu Beginn werden die Spieler einzeln vorgestellt und auch im Verlauf des Buches wechselt der Fokus immer wieder zwischen ihnen, was die Spannung angenehm steigert. Allgemein ist Endgame ein sehr spannendes Buch mit schneller Handlungsabfolge. Manchmal etwas zu schnell, aber dennoch gut zu verfolgen.

Im Rahmen der großen, alles umfassenden Gesamtgeschichte kommen die gut erzählten Einzelschicksale und auch die ein oder andere Liebesgeschichten nicht zu kurz. 

Eine gigantisch aufgezogene Werbekampagne bestehend aus einem Handy-Spiel und einem Gewinnspiel, bei dem man die Krypto-Rätsel, die über das gesamte Buch verteilt sind, lösen muss, um als erster die Lösung zu erhalten und sich den Gewinn von 500.000$ in Gold zu sichern. Aus diesem Grund sind auch Maßangaben und ähnliches nicht übersetzt sondern in den amerikanischen Einheiten wie z.B. Feet und Inch angegeben.
Von dieser Werbekampagne habe ich allerdings nur dadurch erfahren, dass wir in der Buchhandlung, in der ich ab und zu arbeite, Post von Oettinger bekommen haben, in der das Konzept vorgestellt wurde. Ansonsten war es sehr still um Endgame, einzig einen kleinen Aufsteller am Erscheinungstag konnte ich bei einem zufälligen Besuch bei Thalia ausmachen, in anderen Buchhandlungen habe ich im Vorbeigehen gar nichts gesehen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass niemand in meinem (belesenen) Freundeskreis etwas von Endgame gehört hat. Aber daran ändere ich ja gerne etwas ;)

Ich muss aber sagen, dass ich davon ausgegangen bin, dass es sich um ein einzelnes Buch (gibt es das heute überhaupt noch im Fantasy-Bereich?) und nicht um eine Trilogie handelt. Umso überrachter war ich, als am Ende des Buches das Spiel noch nicht zu Ende war. Einmal kurz Google befragt und siehe da: der 2. und 3. Teil erscheinen vorrausichtlich im Herbst 2015 und 2016.
Trilogien an sich sind ja nichts Schlimmes, solange die Wartezeit nicht zu lange ist, aber das ist bei einem Jahr definitiv der Fall.

Endgame – Die Auserwählten ist der Auftakt einer Trilogie, deren Fortsetzungen voraussichtlich im Herbst 2015 und 2016 erscheinen werden.

Man kann von James Frey halten was man möchte, mit Endgame ist ihm trotz aller Kritik an seiner Person ein sehr gutes, empfehlenswertes Buch gelungen.


ISBN: 978-3-7891-3522-4
Preis: 19,99€
Seitenzahl: 592
ab 16 Jahren empfohlen



Wegen der ab und zu etwas unrunden Stellen und der "Sache mit der Trilogie":
4 von 5 Herzen

♡♡♡♡